Convallaria Conquers
01. Mai 2021

Ausbau-Blog

Gepostet am 01. Mai 2021  •  6 Minuten  • 1111 Wörter

Wir haben nicht gebaut, um zu reisen. Vielmehr ergibt sich die Reise als ein beglückender Nebeneffekt der Verwirklichung unserer Faszination fürs Tüfteln und Basteln.

Der Name Convallaria majalis bedeutet Maiglöckchen und ergibt sich aus unserem Ausbaubeginn im Mai 2021 und der schneeweißen Farbe unseres Transporters. Einsteigen, anschnallen und ab geht die Reise durch die kleine Camper-Geschichte.

Vom Umzugswagen zum Visionär

Convallarias Urahne ist ein alter T5, der als mobile Motorradgarage und Umzugswagen seiner Funktion alle Ehre macht. Beulen und Kratzer erzählen wie Narben seine Geschichte - ein rustikaler Charme auf Kosten seines monetären Wertes. Um den horrenden Reparaturkosten eine Vertretbarkeit zu verschaffen, kommt die flüchtige Idee der Nutzung als Camper auf. Einmal gedacht und fortan unvergessen.

Letztlich reparieren wir den alten T5 nicht. Wir verkaufen niedrigpreisig und begegnen unverhofft Convallaria als unbeschwertere Basis für unser Projekt.

Basisdaten

Konzeptphase

Aprilwetter wütet vor den Fenstern. Die zwei zornigen Zeitfresser Arbeit und Examensvorbereitung schubsen das Ausbau-Brainstorming Tag für Tag nach hinten im Kalender. Ein einziger Sonntagnachmittag beschließt unser Schlüsselmoment zu werden und liefert uns über diverse Plattformen, Blogs und Onlineshops eine immer konkreter werdende Vorstellung unseres Campertraums. Wir konkretisieren Budget, Preisvorstellungen und Zeitplan und formulieren eine detaillierte Exceltabelle. Die ersten Besorgungen und Bestellungen bereiten unser Bauprojekt vor, das wir anschließend an Wochenenden, Feierabenden oder Urlaubstagen Schritt für Schritt abarbeiten:

  1. Fenster und Trennwand
  2. Dämmung und Schallschutz
  3. Strom und Geräte
  4. Wandverkleidung und Teppichhimmel mit Beleuchtung
  5. Holzausbau: Schrank, Küchenzeile, Bett, Auszüge
  6. Waschbecken und Wasserpumpe
  7. Gardinen
  8. Standheizung

Bauphase

Fenster und Trennwand

Wir sehnen uns nach Tageslicht. Als Transporter hat Convallaria einen abgeschlossenen Laderaum. Wir planen also Fenster in den Flügeltüren, in der Seitenwand und in der Schiebetür sowie den Ausbau der Trennwand zum Führerhaus. Die linke Seite bekommt eine getönte Scheibe mit Schiebefenster und bietet uns so die Möglichkeit über unserer Küchenzeile zu lüften. Die Schiebetür rechts erhält eine getönte Scheibe ohne Schiebefenster. Die Heckscheiben sind ebenfalls getönt. Als Kantenschutz wählen wir extra breiten Klemmbereich, um beide Kanten damit abzuschließen. Weiterhin benötigen wir Scheibenkleber, Scheibenheber und Primer als Grundierung vor dem Kleben. Für uns hat der Fensterbau gut funktioniert, die Fenster sind dicht und robust. Eine Halle empfiehlt sich für diesen Umbau sehr, da bei uns durch Lieferverzögerung der Bus einige Nächte ohne Fenster ausharren musste. Zusätzlich schaffen wir für die vorderen Seitenfenster noch Windabweiser an, sodass wir auch bei Regen die Fenster einen Spalt öffnen können.

Fensterlos Fensterneu

Dämmung und Schallschutz

Karosserie und Verkleidung allein schützen nicht vor Kälte und Fahrlärm bei fehlender Trennwand. Eine Isolierschicht und Schalldämpfung für den Wohnraum schweben uns vor. Wir entscheiden uns für Alubutyl als Schallschutz und Armaflex zur Wärmedämmung.

Dämmung

Strom und Geräte

Der Strom soll im Fahrzeug liegen, sodass der Ausbau herausnehmbar bleibt. Sicherung, Batterie und Ladebooster sollen unter den Fahrersitz passen. Unser Stromnetz soll einen Kühlschrank, Licht, USB-Steckdosen, eine Standheizung und eine Wasserpumpe versorgen. Die Zweitbatterie soll während der Fahrt und ggf. mit Solar geladen werden. Wir entscheiden uns für Inlium als Zweitbatterie und sind damit auch nach 2 Jahren Nutzung noch voll zufrieden. Wir können autark 2-3 Tage ohne Laden stehen während unser Kühlschrank, unsere Wasserpumpe und unsere Ladegeräte davon zehren. Dazu verbauen wir den Ladebooster, um die Zweitbatterie über die Startbatterie laden zu können. Mit zwei Trennschaltern können wir unsere Batterie sowohl vom Stromkreislauf im Bus als auch von der Startbatterie trennen. Letztendlich schalten wir die Verbindung zur Startbatterie nur dann frei, wenn wir gerade fahren und die Zweitbatterie laut App bald leer läuft. Ein Sicherungskasten darf natürlich auch nicht fehlen. Wir verbauen sechs Deckenspots, dazu einige Kippschalter und Zigarettenanzünder bzw. USB-Buchsen. Künftig werden wir hier allerdings USB-C-Buchsen nachrüsten. Wir haben uns die Möglichkeit offen gelassen ein Solarpanel zum laden unserer Zweitbatterie nachzurüsten - bisher haben wir jedoch noch nie länger gestanden, als unsere Batterie hält.

Strom

Wandverkleidung und Teppichhimmel mit Beleuchtung

Trotz der zahlreichen Camper mit Holzdecke fasziniert uns eine Decke aus Teppichboden. Mit eingelassenen Deckenspots stellen wir uns eine gemütliche Atmosphäre zu einer Wandverkleidung aus dunklem Holz vor. Wir bekleben die Deckenverkleidung mit Teppichund lassen die Deckenspots darin ein. Die Wandverkleidung haben wir aus Pappelsperrholz in 3mm Dicke zugeschnitten und etwas dunkler gebeizt. Zur Befestigung haben wir Blindnietmuttern verwerndet.

Holzausbau: Schrank, Küchenzeile, Bett, Auszüge

Auf der Fahrerseite soll eine Küchenzeile mit Waschbecken und Kühlschrank sein - angeschlossen daran ein deckenhoher Schrank für Klamotten. Das Bett soll sowohl vorne als auch hintenraus eine Sitzbank ergeben und mit einem Griff freischwebend ausziehbar sein. Wir stellen uns heckseitig einen langen Auszug als Kochniesche vor und weitere Auszüge als Stauraum für Lebensmittel und Equipment vor. Jeder Platz soll bestmöglich genutzt werden. Wir bauen unseren Holzausbau aus Pappelsperrholz und lasieren ihn weiß. Die Schubladen und Schränke bauen wir ganz individuell angepasst an z.B. unsere Wasserkanister, Kühlbox oder Gaskocher. Sowohl unser Bett als auch unsere großen Heckauszüge statten wir mit Schwerlastschienen aus. Für unsere Küchenarbeitsplatte wählen wir Bambusholz, welches wir mit Leinöl bearbeiten.

Betthoch Betttief

Waschbecken und Wasserpumpe

Unsere Küche soll ein kleines Waschbecken haben. Die Frisch- und Abwasserkanister sollen zum Kochen, Trinken und Zähne putzen ausreichend sein, sodass wir auch ohne Campingplatz einige Tage auskommen. Wir bauen ein 32cm Waschbecken mit einklappbarem Wasserhahn ein. In dem Set sind darüber hinaus eine 12V Tauchpumpe, Schlauchschellen und Frisch- bzw. Abwasserschlauch enthalten. Wir besorgen zwei 13L Wasserkanister, die wir vom Platz her gut unterbringen können.

Waschbecken

Gardinen

Kein Lichtstrahl soll nachts von außen sichtbar sein - Wärme soll im Winter drinnen und im Sommer draußen bleiben. Leichtes An- und Abnehmen soll die tägliche Verwendung nicht müßig werden lassen. Leicht verstaubar und optisch gemütlich sollen sie sein. Wir nähen dreilagige Gardinen die mittels Magnet-Einnähern in die Fenster gehängt werden können. Der nach außen zeigende Stoff ist reflektierend, um das Aufheizen des Innenraums in der Sonne zu minimieren. Die mittlere Lage ist eine Luftpolsterfolie, um Wärmeverluste durch die Fenster zu verhindern. Der dritte Stoff ist eine gemütliche Kortvariante, die uns für den Innenraum gut gefallen hat. Mit einem Nahtband haben wir die drei Lagen ringsrum umschlossen und die Magnete eingenäht. Mit einer Gardinenschiene auf Höhe der ehemaligen Trennwand und kurzen Verdunklungsvohängen haben wir zuletzt noch den Sichtschutz durch die Frontscheibe eingerichtet. Die Gardinen können wir mit eingenähten Magneten ebenfalls so zuziehen, dass keinerlei Lichtstrahl durchdringt und somit unser Camper nachts unauffällig bleibt.

Gardinen

Standheizung

Italien haben wir ohne Heizung gut gemeistert, für unsere weiteren Reisepläne scheint sie aber unumgänglich. Sie soll dieselbetrieben sein und wie eine von Werk aus eingebaute Heizung in den Innenraum ragen. Wir entscheiden uns für einen Einbausatz, den wir Dank einer geliehenen Hebebühne reibungslos einbauen können.

Anhängerkupplung und Fahrradträger

Info’s folgen bald!

Drehkonsole

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